Verfasst von: sofa111 in: 9. April 2009
Bevor Thomas Edison eine funktionierende Glühbirne erfand, entwickelte er rund 1800 Arten, die nicht funktionierten.
Und Kolumbus wollte eigentlich nach Indien – und entdeckte dabei Amerika. Irren ist menschlich – und oft entstehen daraus neue Ideen. „Try and error“, sagen die Amerikaner. Versuchs einfach und finde heraus, was funktioniert und was nicht!
Im Grunde genommen ist das ein österlicher Gedanke. Denn am Ostermorgen beginnt alles mit einem Irrtum. Die Frauen wollten den Leib Jesu im Grab mit Öl salben, gemäss dem damaligen Brauch. Sie rechneten nicht damit, dass das Grab leer sein würde. Und sie entdeckten, was sie nicht für möglich gehalten hätten: Jesus ist lebendig in ihrem Alltag.
Die Kirche steht vor der Situation, dass sie sich bewegen muss. Die Evangelische Kirche in Deutschland redet gar davon, dass sie in Europa neue Formen von Mission entdecken muss, wenn sie überleben will. Diese neue Art wird aber ganz anders sein, als wir es bisher denken können.
Am Ostermorgen ist deshalb so wichtig, dass ich mich mit den Frauen frühmorgens einreihe unter den Nicht-Wissenden, unter den Anfängern, unter denen, die alles wie neu betrachten, unter den Aussenseitern, unter denen, die ein Risiko wagen, einen Irrtum in Kauf nehmen, anstatt sich in sicheren Burgen zu verschanzen.
Ostern bedeutet eine Provokation, ein Ausbruch aus dem altbekannten Rahmen, eine neue Möglichkeit, die bisher noch nie jemand zu denken wagte. Bei der Arbeit an und für die Kirche der Zukunft ist das ein befreiender Gedanke.
Diese neue Form der Kirche, die sich erst abzeichnet aber noch nicht klar umrissen ist, muss ich noch nicht kennen. Ich kann trotzdem schon mitarbeiten daran. Beim Versuch, neue kirchliche Formen zu finden, mag vieles zunächst wie ein Irrtum aussehen: In Wirklichkeit aber ist jeder Irrtum ein kleines Osterwunder.